Last-Minute war gestern: Wer Urlaubs-Schnäppchen sucht, der muss früh buchen

In den letzten Jahren hat sich der Reiseschnäppchenmarkt komplett verändert.

Farewell India - The Taj Mahal

Foto; Trey Ratcliff via Compfight

Wer heute Last Minute bucht, hat noch lange keine Garantie auf Rabatte. Die gibt es inzwischen vor allem für Frühbucher.

Während vor einigen Jahren vor allem derjenige belohnt wurde, der bis zum Ende wartetet und dann zu spät buchte, setzen Hotelbesitzer und touristische Leistungsträger heute immer mehr auf Frühbucherrabatte, um Ihre freien Kapazitäten zu füllen. Kunden, die sich auf den allerletzten Drücker für einen Urlaub entschieden, konnten vor einigen Jahren mit Preisnachlässen von bis zu 50 Prozent des Normalpreises rechnen. Last-Minute-Reisen waren der Inbegriff für Schnäppchen im Urlaubs-Jungel. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Wer zu spät kommt, der wird bestraft. Die meisten Last-Minute-Urlaube sind inzwischen deutlich teurer geworden gegenüber den Frühbucher-Angeboten. Rabatte gibt es daher heute vor allem für Kunden, die sich früh entscheiden.

Disney - Expedition Everest HDR (Explored)

Foto: Joe Penniston via Compfight

Last Minute

Laut GfK-Angaben haben die Deutschen rund 100 Millionen im Voraus gebuchte Urlaubsreisen mit mindestens einer Übernachtung im Jahre 2012 unternommen. Sie gaben dabei 46 Milliarden Euro aus.

„Das Angebot hat sich komplett geändert“, sagt Thorsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV). Erste Frühbucherrabatte hatte es zwar schon Ende der 90er Jahre gegeben. Zu einem prägenden Trend seien die Angebote für früh Entschlossene aber erst nach der Banken-Krise ab 2008  geworden, da viele Verbraucher Ihre Reiseplanungen in der Wirtschaftskrise hinten anstellten. Die Unsicherheit griff um sich und unnötige Ausgaben wurden gestrichen. Angst vor einer  Rezession und vor drohender Arbeitslosigkeit hatten den Markt verunsichert. Niemand wusste, on ein kommender Urlaub finanziell möglich sei. Und so kauften die Reiseveranstalter, die sich ebenfalls vorsichtig verhielten nur kleinere Kontingente im Flug- und Bettenbereich ein.


Frühbucher sparen bis zu 50 Prozent

Der deutsche Reisemarkt brach aber in den kommenden Jahren nicht so stark ein wie befürchtet. Man hatte aber gelernt, dass zum einen der Zukauf weiterer Kapazitäten ziemlich  unproblematisch ist wenn die Nachfrage unerwartet anzieht und zweitens, dass  Je mehr Kunden früh buchen, desto größer ist die Planungssicherheit für Veranstalter, Hotels und Fluglinien. Diese wichtige Erkenntnis führte dann zum Vormarsch der Frühbucher-Angebote. Die Anbieter lockten mit Nachlass-Systemen, gestaffelt nach dem Zeitraum vor der Abreise oder gebunden an Stichtage. Diese Angebote wurden auch kombinierbar mit Saison-Ermäßigungen, Single-Rabatten oder kostenlosen Übernachtungen bei Mindestaufenthalten. Mehr als 50 Prozent gegenüber dem regulären Reisepreis können findige Urlauber auf diese Weise sparen. „Je eher der Kunde seine Wahl trifft, desto besser sind seine Chancen, Reisezeit, Abflughafen, Zielort und Hotel nach Wunsch buchen zu können“, sagt TUI-Sprecherin Anja Braun.

Daily Disney (Explored)

Foto: Joe Penniston via Compfight

Die Botschaft scheint angekommen zu sein. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) entfielen in der Sommersaison 2012 auf Reisen, die länger als vier Monate im Voraus gebucht worden waren, mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. Ein knappes Drittel des Erlöses wurde mit Angeboten erzielt, die mindestens sechs Monate vor Reiseantritt gebucht wurden. Bei TUI ist jede zweite eine besonders früh gebuchte Reise, ähnliches vermelden die Veranstalter von Rewe-Touristik und  Thomas Cook. Demgegenüber  nimmt sich das Last-Minute-Segmentmit einem Umsatzanteil von 7,5 Prozent, den die GfK ermittelt hat, recht  bescheiden aus. (Quelle: GfK)

Großes Angebot

Der Grund, weshalb früher im Tourismus auf die Last-Minute-Strategie gesetzt wurde war, dass sich Veranstalter früh große Flug- und Übernachtungskontingente sicherten, weil der spätere Zukauf von Kapazitäten schwierig war. Oft war ein Nachkauf gar nicht möglich. Deshalb ging man mit Großeinkäufen auf Nummer sicher und verkaufte freie Plätze kurz vor Toresschluss zu Niedrigstpreisen, um wenigstens Teile der Kosten wieder einzunehmen. Das Motto lautetet: Lieber den Platz billig verscherbeln als gar keine Einnahme zu erzielen.

An Airbus in downtown Hong Kong

Creative Commons LicenseFoto: Luis Argerich via Compfight

Heute ist das Angebot aber größer denn je. Es gibt mehr Fluglinien und Verbindungen, mehr Hotels und Ferienanlagen. Ein Blick in die Datenbank genügt, um freie Hotels und dazu passende Flüge zu finden. Flug und Übernachtungen werden von den Reise-Veranstaltungen zu einem Gesamtpaket geschnürt und verkauft. Diese Pauschal-Reisen haben bereits einen Marktanteil von über zehn Prozent. Dieses große Angebots, kombiniert mit immer besseren Buchungssystemen, mindert den Druck auf die Veranstalter, sich frühzeitig übergroße Kontingente zu sichern. Aus diesem Grunde  haben Last-Minute-Angebote weitgehend ausgedient.

Focal Point Bellagio

Foto: Justin Brown via Compfight

Dennoch bleiben Kapazitäten für Last-Minute-Angebote übrig. Dieses verbliebene Billig-Angebot erfordert höchste Flexibilität. „Wem es egal ist, wann der Flug von wo aus startet und ob die Reise nach Ibiza oder Island geht, der kann immer noch von jetzt auf gleich einen stark preisreduzierten Urlaub antreten “, sagt DRV-Sprecher Schäfer.  Viele der Kurzentschlossenen sind heute aber keine Schnäppchenjäger, sondern Fach- und Führungskräfte, die ihre Urlaube wegen des Jobs nicht langfristig planen können. Schäfer: „Denen geht es nicht um den Preis, die haben nicht viel Zeit und wollen es sich für die paar Tage dann wenigstens richtig gut gehen lassen.“ Last-Minute im Luxus-Segment sozusagen. (Quelle: DRV, GfK)

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